MSF Telemedicine
Ursprungssprache: Englisch
Das Telemedizinprogramm bietet Telekonsultationsdienste sowie sichere Telemedizinlösungen an, die darauf ausgerichtet sind, die Bedürfnisse des medizinischen Personals bei MSF zu unterstützen und gleichzeitig eine Gemeinschaft für Wissensaustausch und klinische Zusammenarbeit aufzubauen.
Zu den Tele-Expertise-Dienstleistungen gehören:
- Fallmanagement: Ein Dienst für Kliniker in MSF-Projekten, der Zugang zu einem globalen Netzwerk von Spezialisten bietet, die fallbezogene klinische und medizinische Beratung über eine sichere Plattform anbieten.
- Video Fallbesprechung: Regelmäßige Videokonferenzen mit einem fest zugewiesenen Spezialisten zur Besprechung von Fällen und zur Stärkung der klinischen Praxis im Projekt.
Zu den Telemedizin-Lösungen gehören:
- Sichere Nachrichtenübermittlung: Eine Instant-Messaging-Anwendung, die speziell für Gesundheitswesen, die den Austausch von Fachwissen, Patienteninformationen und Dateien unter dem medizinischen Personal von MSF erleichtert.
- Telekonsultation (derzeit in der Pilotphase): Eine sichere und benutzerfreundliche Videokonferenzplattform, die es Patienten ermöglicht, mit medizinischem Fachpersonal von MSF in Kontakt zu treten, wodurch Reisehindernisse abgebaut werden.
Seit seiner Einführung im Jahr 2010 hat das Telemedizinprogramm dem medizinischen Fachpersonal dabei geholfen, geografische Hindernisse für eine gerechte, zugängliche und qualitativ hochwertige Patientenversorgung zu überwinden. Unsere Dienstleistungen wurden für alle MSF-Projekte konzipiert und verbinden ein globales Netzwerk von klinischen Spezialisten über sichere Kommunikationskanäle.
Wichtige Herausforderungen
- Die Entwicklung, Integration und Aufrechterhaltung des Telemedizinprogramms innerhalb von MSF erfordert erheblichen Zeitaufwand und kontinuierliche Investitionen.
- Technische Hindernisse: Eingeschränkte Internetverbindung und häufige Stromausfälle in abgelegenen Gebieten behindern die Nutzung des Dienstes. Zudem erschweren geringe digitale Kompetenzen und der begrenzte Zugang zu technologischen Geräten bei den Projektnutzern erschweren die vollständige Nutzung der Instrumente und Dienste der Telemedizin.
- Operative Einschränkungen: Eine hohe Fluktuation unter den Mitarbeitern vor Ort erschwert Schulungsmaßnahmen und beeinträchtigt eine konsistente Anwendung. Darüber hinaus schränkt die unzureichende Demokratisierung unter den vor Ort eingestellten Mitarbeitern in allen MSF-Projekten eine breit angelegte und gerechte Nutzung ein.
- Anpassung der Arbeitsabläufe: Die Telemedizin führt Veränderungen an traditionellen klinischen Arbeitsabläufen ein, was Zeit, Schulung und Unterstützung erforderlich, um eine effektive Einführung durch Gesundheitsdienstleister sicherzustellen.
- Einführung und Ausmaß: Trotz mehrjähriger Einführung wird die Telemedizin nach wie vor zu wenig genutzt – sie bearbeitet jährlich etwa 5.000 Fälle pro Jahr im Vergleich zu den 16 Millionen Konsultationen im Jahr 2024. Die Ausweitung der Nutzung bleibt eine zentrale Herausforderung.
- Einschränkungen des Dienstes: Anfragen aus Projekten nach dringender medizinischer Versorgung sind angesichts der zusätzlichen Schritte in telemedizinischen Arbeitsabläufen und der derzeitigen kapazitätsbedingten Einschränkungen des Programms schwer zu bewältigen.
- Herausforderungen im Personalbereich: Die Rekrutierung von Fachkräften in Feldern ist nach wie vor schwierig, was die Fähigkeit des Programms einschränkt, auf bestimmte klinische Bedürfnisse zu reagieren.
- Auswahl geeigneter Technologien: Einsatz einesStore-and-Forward-Systems (asynchrone Kommunikation) zur Überwindung von Verbindungsproblemen, zur Kostensenkung und zur Gewährleistung von Flexibilität für vielbeschäftigte Ärzte.
- Kontinuierliche Qualitätsverbesserung: Regelmäßige Wartung und Aktualisierungen der Plattform im Rahmen eines Qualitätssicherungsprogramms (QA). Und die Qualität der Versorgung im Rahmen des Programms durch die Überprüfung durch Fachärzte.
- Laufende Auswertung und Veröffentlichung der Ergebnisse (14 peer-reviewte Studien) zum Aufbau von Evidenz und Glaubwürdigkeit.
- Stabile Koordination und Vertrauensbildung: Ein beständiges medizinisches Koordinationsteam verbesserte die Nachsorge und stärkte das Vertrauen der Nutzer sowie die Zusammenarbeit zwischen Überweisern und Spezialisten seit 2013.
- Nutzung mobiler Technologie: Verstärkter Einsatz von Mobiltelefonen mittels sicherer Tools zur Verbesserung der Kommunikation zwischen Koordinatoren und Spezialisten.
- Seit 2016 stehen entsprechende Ressourcen zur Verfügung 2016 zur Verfügung, zusammen mit einem Programmteam und regionalen Umsetzern für die kontinuierliche Zusammenarbeit mit unseren Nutzern und Projektteams.




